In the Context of Uncertainty versammelt Arbeiten, in denen gefundene Bilder nicht als Belege auftreten, sondern als instabile Konstellationen. Aus digitalen Archiven, Suchbewegungen, Ausschnitten und Überlagerungen entstehen Drucke, in denen sich Haltungen, Rollen, Projektionen und Stimmungen verdichten, ohne sich zu einer eindeutigen Erzählung zu schließen. Im Zentrum steht nicht die Identität der Dargestellten, sondern die Weise, in der Bilder im Umlauf Bedeutung erzeugen: durch Wiederholung, Verschiebung, Inszenierung und den Blick der anderen.
Die Arbeiten halten einen Zwischenzustand fest. Die Suche bleibt nie neutral, sondern ist an Suchverhalten, Algorithmen und visuelle Ähnlichkeiten gebunden; aus ihr entsteht ein wachsendes Bildarchiv, in dem Motive, Gesten und Details auf neue Weise zusammenfinden. Im Druck werden diese beweglichen Bildkonstellationen nicht abgeschlossen, sondern als vorläufige Setzungen fixiert. Das Bild wird so zu einem Ort, an dem Unsicherheit nicht aufgehoben, sondern sichtbar gemacht wird — als Schwebezustand zwischen Erinnerung, Projektion und Gegenwart.
MATERIAL / VERFAHREN
Die Arbeiten basieren auf Fundstücken aus dem Internet. Durch Text- und Bildsuche, Collage, Auswahl und Montage werden einzelne Motive aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen gelöst und in neue Relationen überführt. Der Druck bewahrt die Fragmentierung des Materials, verleiht den digitalen Bildfunden zugleich aber eine körperliche, haptische Form.
Everything, all the time. What you see is all there is, 2012, Druckfarbe auf Papier, achtteilig, Unikat, 207 × 330 cm
What you see is all there is. Relation 1, 2012, Raumansicht / Installation View
What you see is all there is. Relation 2, 2012, Raumansicht / Installation View
In the Context of Uncertainty, 2012, Raumansicht / Installation View
Don’t you remember? – Future Recollections, 2012, Druckfarbe auf Papier, fünfteilig, Unikat, 190 × 231 cm
