Protestors versammelt Arbeiten, die von historischen Fotografien des 19. Jahrhunderts ausgehen und diese in eine neue politische Bildordnung überführen. Ausgangspunkt sind Porträts aus digitalen Archiven, in denen Beschädigungen, Fehlstellen und Auslassungen bereits eingeschrieben sind. Diese Bilder werden nicht bewahrt, sondern durch Aneignung, Überlagerung und Verschiebung neu lesbar gemacht.
Im Zentrum stehen häufig Frauenporträts, deren unkenntlich gewordene oder fehlende Köpfe mit den Köpfen protestierender Frauen aus zeitgenössischen Medienbildern verbunden werden. So entsteht kein geschlossenes Dokument, sondern ein Bildraum, in dem historische Repräsentation, gegenwärtiger Widerstand und die Frage nach politischer Sichtbarkeit ineinandergreifen.
Protestor II – Das Vorrecht des Aufbegehrens / Protestor II – The Privilege of Rebellion
Protestor VII – Das Vorrecht des Aufbegehrens / Protestor VII – The Privilege of Rebellion
Protestor XIV – Wir müssen immer Partei annehmen
Aus der Reihe Protestors – Wir müssen immer Partei annehmen
Protestor IV
Die Arbeiten beruhen auf einer druckgrafisch umgesetzten digitalen Collage, die bewusst als Unikat produziert wird. Historische Beschädigungen der Vorlagen, digitale Reproduktion und manuelle Eingriffe wirken dabei zusammen. Sichtbarkeit erscheint nicht als gesicherte Evidenz, sondern als etwas, das aus Fehlstellen, Auswahl und politischer Lesbarkeit hervorgeht.
Mit der Wahl fragiler Bildträger und Verfahren wird diese Instabilität nicht korrigiert, sondern weitergeführt. Das Bild bleibt an Spur, Reduktion und materielle Verletzlichkeit gebunden.
Protestors versammelt Arbeiten, in denen historische Frauenbilder, Fehlstellen des Archivs und gegenwärtige Protestgesten zu einer offenen Form politischer Bildlektüre zusammengeführt werden.
Installationsansicht, Rauchmühle Salzburg
