Robin versammelt zweiundzwanzig Malereien, die aus einem fortlaufenden digitalen Bildstrom herausgelöst sind. Ausgangspunkt ist kein einzelnes Porträt, sondern eine über Jahre
aufgezeichnete Folge von Webcam-Bildern: eine junge Frau vor ihrem Computer, immer wieder in ähnlicher Haltung, und doch nie ganz dieselbe. Die Arbeit interessiert sich nicht für den einen
entscheidenden Moment, sondern für minimale Verschiebungen — in Blick, Pose, Schminke, Selbstverständnis und Umraum. Aus diesen Wiederholungen entsteht kein geschlossenes Bild der Person, sondern
ein vielteiliges Porträt, das Zeit nicht erzählt, sondern in Fragmenten sichtbar macht.
Gerade in dieser seriellen Form liegt die Präzision der Arbeit. Robin zeigt keine Entwicklung im emphatischen Sinn, sondern die leisen, oft beiläufigen Übergänge, in denen sich ein Bild von
Gegenwart, Selbstdarstellung und Gewöhnung formt. Zwischen Posieren und Vergessen der Kamera, zwischen privatem Raum und technischer Aufzeichnung entsteht eine eigentümliche Nähe, die zugleich
Distanz bleibt. Die Arbeit hält diesen Zustand nicht psychologisch fest, sondern als Bildordnung: als Anordnung von Momenten, in denen sich eine Person immer wieder zeigt, ohne je ganz verfügbar
zu werden.
MATERIAL / VERFAHREN
Aus einem digitalen Webcam-Archiv wurden zweiundzwanzig Momente ausgewählt und als Malerei umgesetzt. Die seriell gesetzten Tafeln verschieben den flüchtigen, automatisiert erzeugten Bildstrom in
eine körperhafte, verlangsamte Form. Nicht die lückenlose Dokumentation ist entscheidend, sondern die Auswahl: einzelne Zustände, die sich wie im Zeitraffer zu einem vielteiligen Porträt fügen.
Robin, 2006, Öl auf Holz, 22 Teile, je 24 × 18 cm.
2006, Ausstellungsansicht.
2006, Ausstellungsansicht.
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