Wenn die Ökonomisierung die Alchemie der Entfremdung ist, ist das Poetische eine Alchemie der Aneignung. Man verleiht den Dingen Bedeutung durch die Liebe und Aufmerksamkeit, die man ihnen widmet, und daraus entstehen immer wieder neue Geschichten, entsteht immer wieder neuer Sinn.
To the left of Boom versammelt eine Gruppe von Arbeiten, die nicht auf das Zentrum eines Ereignisses zielen, sondern auf seine Ränder, Verschiebungen und Nachbilder. Die Blätter erscheinen wie kurze Setzungen oder angehaltene Sätze: eine mögliche Zukunft, geliehene Zeit, verlorene Muster, Erde und Felsen, Abwendung, ein Seitwärts des Blicks. Nicht das „Bumm“ selbst steht im Zentrum, sondern das, was sich links davon, daneben oder danach ablagert. Die Werkgruppe hält damit einen Zustand fest, in dem sich Vorstellung, Erschöpfung, Vorahnung und Gegenwart überlagern, ohne sich zu einer geschlossenen Erzählung zu fügen. Die Grundlage dafür ist die in Anamnesis dokumentierte Werkfolge mit genau diesen Titeln und dem Abschluss durch die Ausstellungsansicht der Atterseehalle.
Die Titel sind dabei nicht bloß Benennungen, sondern Teil der Bildlogik. Sie funktionieren wie Sätze, die etwas in Gang setzen, aber nicht auflösen.
MATERIAL / VERFAHREN
Die Werkgruppe entstand 2022, als Druck auf Hahnemühle, Unikate, 70 × 52 cm ausgewiesen. Direkt daran schließen die Ausstellungsansichten „Die Transformation des Bildes“, Atterseehalle an.
Links von BUMM / To the left of Boom, 2022, Druck auf Hahnemühle, Unikat, 70 × 52 cm.
Es gibt keine Möglichkeit, die geliehene Zeit zurückzuzahlen. 2022, To the left of Boom, Druck auf Hahnemühle, Unikat, 70 × 52 cm.
Das Leben ist ein Kraftakt, man ermüdet und verliert das Muster. 2022, To the left of Boom, Druck auf Hahnemühle, Unikat, 70 × 52 cm.
Denn wir kehren uns ab und wenden uns weg … 2022, To the left of Boom, Druck auf Hahnemühle, Unikat, 70 × 52 cm.
Die Transformation des Bildes, Atterseehalle, 2022, Ausstellungsansicht
