Komorebi versammelt Arbeiten, in denen das Bild nicht als gesicherte Szene erscheint, sondern als Zustand von Durchlässigkeit, Verschiebung und innerer Unruhe. Der Titel verweist auf das gefilterte Licht zwischen Blättern und Ästen, doch die Arbeiten lösen diese Assoziation nicht in Stimmung auf. Sie halten vielmehr einen Moment, in dem sich Dinge zeigen und zugleich entziehen: Tiere, Figuren, Architekturen, Innenräume, Maskierungen und Fundstücke treten in Konstellationen auf, die sich nicht zu einer eindeutigen Herkunft oder Erzählung schließen. Was sichtbar wird, ist ein Bildraum, der seine eigene Unsicherheit mitführt.
Die Arbeiten entstehen aus gefundenem Material, aus Recherche, Auswahl, Überlagerung und einer Praxis des genauen Verschiebens. Einzelne Bildelemente bleiben als Fragmente erkennbar; zugleich werden sie in neue Beziehungen gesetzt, in denen Nähe und Fremdheit, Traum und Störung, Projektion und Widerstand ineinandergreifen. Gerade darin liegt die Spannung dieser Werkgruppe: Das Bild wird nicht beruhigt, sondern offen gehalten. Es beginnt zu flimmern — nicht als Effekt, sondern als Form von Wahrnehmung, in der das Vertraute instabil wird und das Fremde nicht festgeschrieben erscheint.
Komorebi beschreibt damit keinen atmosphärischen Rückzugsraum, sondern eine fragile Zone zwischen Erscheinung und Verunsicherung. Die Arbeiten operieren mit Anziehung, ohne sich auszuliefern; sie öffnen imaginäre Räume, ohne ins Illustrative zu kippen. Löwen, Käfige, rêverie, Schwellen und Gegenüberstellungen sind dabei keine Symbole im engeren Sinn, sondern Träger eines Zustands, in dem sich das Bild aus unterschiedlichen Zeiten, Registern und Intensitäten zusammensetzt. Was sich in ihnen formt, ist keine feste Aussage, sondern eine verdichtete, präzise gehaltene Mehrdeutigkeit.
Aus Recherche, Fundstücken und Verschiebungen entstehen Bilder, in denen die einzelnen Elemente ihre Herkunft nicht ganz preisgeben. Fragmente, Überlagerungen und unterschiedliche Bearbeitungszustände bleiben sichtbar und erzeugen eine Bildoberfläche, die zwischen Nähe und Entzug oszilliert. Die Arbeiten beruhen auf Auswahl, Montage und Druck, aber ihr eigentliches Verfahren liegt in der präzisen Setzung von Beziehungen: darin, dass etwas zusammenkommt, ohne ganz zur Deckung zu gelangen. Farbe, Unschärfe, Segmentierung und Licht fungieren dabei nicht als Effekt, sondern als Mittel, das Bild in einem Zustand der Schwebe zu halten.
Demontage des Löwenkäfigs – Im Kontext der Verunsicherung, 2014, Unikat, Druckfarbe auf Papier, 190 × 231 cm.
Dans la maison de mes rêves, il pleut du bonheur de toutes les couleurs. Toujours rechercher la rêverie. 2014, I v. II, Druckfarbe auf Papier, 80 × 60 cm.
Gruppe Löwen / Group of Lions 2014.
Viens jouer dehors – YKTTW (You know that thing where …) 2014, I v. II, Druckfarbe auf Papier, 80 × 60 cm.
Gleich und gleich gesellt sich gern / Birds of a feather flock together – Future Recollections – Don’t you remember? 2014, Unikat, Druckfarbe auf Papier, 210 × 280 cm.
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