Die Reihe obscure objects geht von Dingen aus, die aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang herausgelöst sind und in einen Zustand des Dazwischen geraten: zwischen Fundstück und Bild, zwischen Oberfläche und Projektion, zwischen materieller Präsenz und metaphorischem Überschuss. Mich interessiert an ihnen nicht ihre Eindeutigkeit als Objekt, sondern ihre Fähigkeit, einen Wahrnehmungsraum zu öffnen. Es sind Gegenstände, die etwas bewahren, ohne sich fest zu erklären; die wie in einem Warteraum verbleiben und gerade dadurch neue Beziehungen eingehen.

In der künstlerischen Setzung werden diese Objekte nicht restauriert oder illustriert, sondern in eine Konstellation überführt, in der Blick, Spiegelung, Material und Erinnerung aufeinander treffen. Sie erscheinen nicht als abgeschlossene Dinge, sondern als Anlässe der Betrachtung: als Formen, an denen sich Wahrnehmung organisiert und zugleich irritiert. Mich interessiert der Moment, in dem das Verhältnis zwischen Betrachtendem und Betrachtetem kippt — in dem ein Objekt nicht nur gesehen wird, sondern selbst eine Form von Gegenwart entwickelt, die den Blick zurückbindet.

obscure objects versteht das Objekt daher nicht als festes Faktum, sondern als instabiles Gefüge aus Fund, Zuschreibung, Reflexion und zeitlicher Verschiebung. Was sichtbar wird, ist weniger ein Gegenstand als ein Verhältnis: eine verdichtete Begegnung zwischen Ding, Bild und Blick. Was erscheint, ist nicht das Objekt an sich, sondern die Weise, in der es im Blick zu einem Bild wird — und im Bild seine Fremdheit behält.

obscure objects, 2026

2026 / obscure objects. Structure / Both time and decontextualization may generate obscurity / Bildobjekt: Fundstück, Folie, Gelatineslide, / Durchmesser 90 cm, Plattenstärke 1 cm, Unikat

 

Ausstellungsansicht, Galerie Sophia Vonier, 2026. Abbildung: Stoltenberg Fotgrafie

 

 

2026 / obscure objects. Otherness / Every sentence records a stretch of becoming invented as it goes. /Bildobjekt: Fundstück, Folie, Bildobjekt auf verformtem Aluminium, Gelatineslide; 95 x 125 cm, Unikat

 

Ausstellungsansicht, Galerie Sophia Vonier, 2026. Abbildung: Stoltenberg Fotografie

 

 

2026 / obscure objects. Particuliarity / It’s decontextualization, rather than discontinuation, that time effects. / Bildobjekt: Fundstück, Fensterkitt, Folie, Glasscheiben, Druckfarbe auf Finnpappe, Silberpuder / ca. 67 x 113 cm, Unikat

 

 

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