Sag, bin ich politisch genug? verschiebt die Frage nach politischer Wirksamkeit aus der Behauptung ins Bild selbst. Nicht ein eindeutiges Statement steht im Vordergrund, sondern ein Zustand der Überlagerung, in dem Figur, Hintergrund und eingeschriebene Bildräume nicht zu einer stabilen Aussage gerinnen. Die Arbeit hält offen, was politische Relevanz in der Kunst überhaupt bedeuten kann: Position, Selbstbefragung, Projektion oder die Art und Weise, wie Bilder miteinander in Beziehung treten. So wird das Politische nicht illustriert, sondern als Unsicherheit und Reibung innerhalb der Bildproduktion erfahrbar.
Im Kontext von Between Stimulus and Response gehört die Arbeit zu jenem Werkfeld, in dem Herkunft, Kombination und zeitliche Verschiebung wichtiger werden als eine klare Lesbarkeit der Quellen. Gerade weil komplexe Überlagerungen hier die Verhältnisse erzeugen, liegt die politische Schärfe nicht in der Eindeutigkeit, sondern in der Sichtbarmachung von Konstellationen: Narrative, Bildfolgen und Zeitschichtungen erscheinen selbst als wirksam und damit als politisch.
Druckfarbe auf Papier
Unikate
2015–2016
Sag bin ich politisch [genug]? 2015, Druckfarbe auf Papier, Unikat, 60 × 60 cm
Sag bin ich politisch genug? Das hinter mir ist übrigens eine Palme. 2016 Between Stimulus and Response – Future Recollections Druckfarbe auf Papier, zweiteiliges Unikat, ca. 160 × 120 cm
Musst du dich nicht wundern, wenn die Leute sagen, dass es ihnen gut geht. 2019 Future Recollections, Druckfarbe auf Bleiplatte, Unikat, 40 × 30 cm
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