Vanishing Point 2019-2020

Vanishing Point geht von Abbildungen von Wetterphänomenen aus, die digitalen Archiven entnommen, gesichtet, collagiert und als Diazotypie belichtet werden. Die Motive erscheinen nicht als gesicherte Bilder, sondern als fragile, bereits zirkulierende Zustände.

 

Das Archiv ist dabei nicht Speicher im neutralen Sinn, sondern ein Feld von Auswahl, Verschiebung und erneuter Setzung. Die Bildvorlagen werden nicht übernommen, sondern in einen anderen materiellen Zusammenhang überführt — zwischen Oberfläche und Spur, atmosphärischer Verdichtung und formaler Auflösung.

 

Die Whiteprints halten das Bild nicht fest, sondern setzen es einem Prozess aus. Entfärbung, Veränderung und mögliches Verschwinden sind ihnen eingeschrieben. So versammelt Vanishing Point Arbeiten, in denen das Bild nicht als stabile Evidenz erscheint, sondern als veränderlicher Zustand zwischen Archiv, Material und Entzug.

Aus der Reihe Vanishing Point, Whiteprint (Diazotypie), gerahmt, veränderliches Unikat, 123 × 93 cm, 2019

Aus der Reihe Vanishing Point, Whiteprint (Diazotypie), gerahmt, veränderliches Unikat, 123 × 93 cm, 2019

Die Himmlischen und die Irdischen, aus der Reihe Vanishing Point, Whiteprint (Diazotypie), gerahmt, veränderliches Unikat, 2020

Devant nous le déluge, aus der Reihe Vanishing Point, Whiteprint (Diazotypie), gerahmt, veränderliches Unikat, 2020

 

Material / Verfahren

 

Die Diazotypie wird hier nicht nur als technisches Verfahren eingesetzt, sondern als Bildträger, in dem Veränderung mitgeführt wird. Das Bild bleibt an Material, Zeit und Bedingungen seiner Erscheinung gebunden. Entfärbung und mögliches Verschwinden sind nicht nachträgliche Verluste, sondern Teil der Arbeit selbst.

 

Vanishing Point versammelt Arbeiten, in denen das Bild nicht bewahrt, sondern als veränderlicher Zustand zwischen Archiv, Material und Erscheinung lesbar wird.