VOID VoLUME – Anthropocene Blues 2021

Void Volume – Anthropocene Blues führt die atmosphärische Achse von Vanishing Point und Luminous Clouds weiter, verschiebt sie jedoch in ein deutlich anderes Register. Wolken, Nebel, Rauch und Wetterballons erscheinen hier nicht mehr nur als fragile Erscheinungen in der Schwebe, sondern als Zeichen einer Gegenwart, in der Messung, Vorhersage und Kontrolle brüchig werden.

 

Die Arbeiten greifen mit der Diazotypie ein Verfahren auf, das historisch mit Plänen, Grundrissen und der Idee von Präzision verbunden ist. Gerade dadurch kippt es hier in sein Gegenteil: Nicht Maßstabstreue und Berechenbarkeit stehen im Zentrum, sondern Ungewissheit, Spur, Verschleierung und die Störung einer erklärbaren Ordnung. Architektur, Wetterphänomene und Figuren mit Wetterballons treten in ein Verhältnis, in dem sich rationale Vermessung und atmosphärische Unschärfe gegenseitig unterlaufen.

 

So entsteht eine Werkgruppe, in der das Bild nicht nur als instabiler Zustand erscheint, sondern als Schauplatz einer Gegenwart, in der Vorhersage, Sorge und Handlung untrennbar ineinandergreifen. Void Volume – Anthropocene Blues versammelt Arbeiten, in denen sich die Schwebe der Meteora in eine politische und ökologische Spannung des Anthropozäns verschiebt.

 

Elisabeth Schmirl, Anthropocene Blues: climate grief? a fierce tenderness toward the destruction of our world?

Whiteprint/Diazotypie, sich veränderndes Unikat, 2021, 90 x 120 cm

 

 

links:  Anthropocene Blues: Nothing not held hostage by the hand of Man; to save our world?

Whiteprint/Diazotypie, sich veränderndes Unikat, 2021, 120 x 90 cm

 

rechts: Anthropocene Blues: Il vaut mieux prévenir que guérir.

Whiteprint/Diazotypie, sich veränderndes Unikat, 2021, 120 x 90 cm

 

 Anthropocene Blues: “Why don’t people 'look up'? In other words, why do they almost blindly do things that are counter to their well-being or survival?” 

Whiteprint/Diazotypie, sich veränderndes Unikat, 2021, 120 x 90 cm

 

 

Anthropocene Blues: Inside the shadow a looming possibility

Whiteprint/ Diazotypie, sich veränderndes Unikat, 2021, 68 x 50 cm

 

 

 Anthropocene Blues: Qui se ressemble s’assemble.

Whiteprint/Diazotypie, sich veränderndes Unikat, 2021, 120 x 90 cm

 

 

 Anthropocene Blues: my love for you sings for you, world

Whiteprint/ Diazotypie, sich veränderndes Unikat, 2021, 90 x 120 cm

 

 

Anthropocene Blues: can we resist? will we fail?

Whiteprint/Diazotypie, sich veränderndes Unikat, 2021, 90 x 120 cm

 

 

Après la pluie … 

Bildobjekt; mehrteiliger Unikatdruck (Kupferdruckfarbe auf Holz), Sockelobjekt, 235 x 180 x 30 cm, 2021

MATERIAL / VERFAHREN

Die Diazotypie wird hier nicht nur als technisches Verfahren eingesetzt, sondern als Bildträger, in dem sich die Idee von Planbarkeit unterläuft. Historisch mit Grundrissen, Bauplänen und Maßstabstreue verbunden, kippt sie in diesen Arbeiten ins Ungewisse: UV-Empfindlichkeit, Spur, Verschleierung und Veränderung treten an die Stelle von Präzision und Kontrolle.

 

Wolken, Nebel, Rauch und Wetterballons erscheinen dabei nicht bloß als Motive, sondern als bildliches Gegenüber zu dieser Verunsicherung. Das Bild bleibt an Material, Belichtung und Erscheinungsbedingungen gebunden. Sichtbarkeit wird nicht gesichert, sondern als fragiler Zustand geführt — zwischen Messung, Störung und atmosphärischer Schwebe.

 

Void Volume – Anthropocene Blues versammelt Arbeiten, in denen sich die Schwebe der Meteora in eine politische und ökologische Spannung des Anthropozäns verschiebt.

 

WEITERFÜHREND